Mythos Col de la Croix de Fer

Ist es sein Name oder sein Mythos als einer der harten Pässe der Tour de France? Der Col de la Croix de Fer mit dem Rennrad stand schon lange hoch oben auf der Liste von Alpenpässen, die ich unbedingt fahren wollte. Ganz gleich von welcher Seite, man muss immer mehr als 1500 Höhenmeter überwinden, um den Pass der Hors Catégorie zu erklimmen. Ab Saint-Jean-de-Maurienne lässt sich die Fahrt auf das eiserne Kreuz aber zu einer schönen Runde mit dem Col du Mollard und dem Col du Glandon verbinden.

Col de la Croix de Fer: das eiserne Kreuz

Das eiserne Kreuz, nachdem der Pass benannt wurde, gibt es wirklich. Etwas versteckt steht es einsam und majestätisch auf der Passhöhe von 2067 HM. Und eisern muss man wirklich sein, wenn man den Pass bezwingen will, denn von allen Seiten ist die Auffahrt auf den Col de la Croix de Fer mit dem Rennrad sehr lange. Wer seine Hausaufgaben gemacht hat und ordentlich Grundlagen trainiert hat, für den sollte das aber ein Kinderspiel sein.

Nordauffahrt ab Saint-Jean-de-Maurienne

Ab Saint-Jean-de-Maurienne eignet sich die Auffahrt über den eher unscheinbaren Col du Mollard. Unscheinbar heißt auch wenig Verkehr. Zunächste geht es wenige Kilometer durch das Tal bis nach Villargondran. Ab hier geht es bergauf. Die engen, nur geringfügig steilen Serpentinen durch den Wald sind ein wunderschöner Start auf dieser Tour. Schon bald verlässt man die schattigen Laubwälder und erblickt die grünen Berge rund um Albiez-le-Vieux und Albiez-le-Jeune. Auf dem Col du Mollard angekommen, bietet die lange Abfahrt eine kleine Verschnaufpause. Weiter geht es zunächst auf der D926 geringfügig steil an einem Fluss entlang durch das Tal bis in den Skiort St. Solin d’Arves. Wer unterwegs Wasser auffüllen will, macht am besten an einem der kleinen Trinkwasserbrunnen halt, die sich in vielen Orten finden. Denn viele Cafes und Restaurants haben im September geschlossen.

Ab St. Solin d’Arves wird gearbeitet: In steilen Serpentinen ziehen sich ab dem kleinen Skiort die letzten Kurven hoch zur Passhöhe. Im Sommer kann es hier aufgrund des fehlenden Schattens sehr heiß werden. Wunderbar ist die Aussicht auf das grüne Tal, das mit jedem Höhenmeter mehr wie eine Spielzeuglandschaft aussieht. Doch die Mühen sind schnell vergessen, wenn man auf der Passhöhe angekommen ist. Hier kann man in einer kleinen Hütte einkehren und sich bei einem frischen Stück Tarte aux Myrtilles (französischer Heidelbeer-Tarte) oder einem Croque Monsieur (Schinken-Käse-Toast) wieder stärken. Bei der Abfahrt lässt sich beiläufig der wenig tiefer gelegen Col du Glandon mitnehmen, der von dieser Seite kommend wie ein Kinderspiel scheint. Wunderbar ist dann die lange, kurvenreiche Abfahrt nach Saint-Ètieenne-de-Cuines mit atemberaubenden Aussichten auf die umliegenden Bergmassive. Im Tal geht es die restlichen Kilometer zurück nach Saint-Jean-de-Maurienne.

Alternative: Südwestauffahrt ab Allmond

Von Süden lässt sich der Col du Glandon und der Col de la Croix de Fer aber auch in einer langen und anspruchsvollen Auffahrt bezwingen. In manchen Abschnitten darf man sich auf ordentliche 14 % freuen. Ab Allmond am Lac du Verney fährt man lange in steilen Kurven durch den Wald, bevor sich dann das Tal weitet und der zweite Stausee ersichtlich wird. Von hier ist es über den Col du Glandon nicht mehr weit. Die Abfahrt erfolgt wie oben beschrieben.

Pässe und nichts als Pässe

Der Col du Croix de Fer zusammen mit dem Col du Glandon lässt sich durch seine Lage in sehr vielfältige Rennrad-Runden einbauen, bei denen man vor allem eines fährt: viele, viele Pässe. Ganz gleich von welcher Seite, jede Auffahrt ist für sich besonders schön. Den GPS-Track der Tour findet auf komoot.de zum downloaden https://www.komoot.de/tour/94001633

Fotos: B. Reepschlaeger, S. Moser

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