Rennradtour Col de la Machine - Col de Tourniol

Traumhafte Pässetour: Col de la Machine

Zwar nicht der höchste, aber definitiv einer der schönsten Pässe

Die Tour in Zahlen
Höhenmeter
2080 HM
Kilometer
ca. 90 km
Start und Ziel der Tour
Saint-Nazaire-en-Royans, Parkplätze gibt es direkt am Ufer der Isère

Der Col de la Machine ist in vielen Büchern der schönsten Rennrad-Pässe aufgeführt. Um auch hinter seinen Namen ein Häkchen machen zu können, wollten wir ihn auf dem Weg nach St. Jean-de-Maurienne in die Provence zum Mont Ventoux im Vorbeifahren rasch mitnehmen. Nach unseren Touren über die hohen französischen Alpenpässe wie den Iseran, den Col de la Croix de Fer und den Col du Galibier waren die Erwartungen an den mit 1011 m vergleichsweise kleinen Col de la Machine eher gering. Sie sollten bei weitem übertroffen werden.

Kurzer Zwischenstopp in Saint Nazaire en-Royans

Idealer Ausgangspunkt und nur wenige Kilometer von der Autobahn A94 entfernt ist der kleine Ort Saint Nazaire en-Royans. Das Dorf mit weniger als 1000 Einwohnern und seiner historischen Vergangenheit liegt malerisch an der Isère. Eine der Hauptattraktionen ist das Aquädukt, das mit seiner Höhe von 35 m das Ortsbild dominiert. Kleine Cafés laden zum Verweilen ein, aber sonst ist hier nicht viel los. Herrlich entspannt.

Col de Tourniol

Über den Col de Tourniol und Col de Bataille

Vom Startort geht es über die D125 nach Hostun und weiter bis Barbières. Die Straße führt wellig durch Felder und Obstplantagen und ist sehr wenig befahren. In Barbières geht es links ab und bergan. Die schmale Strasse (D101) führt in einigen Kehren durch den Wald auf den 1145 m hohen Col de Tourniol. Von dort aus geht es in Serpentinen bergab Richtung Leoncel. Von Leoncel führt die Strasse wieder schön schmal und wenig von Autos frequentiert in angenehmer Steigung den Hang hinauf. Oben wird der Wald lichter, Wiesen breiten sich aus der Ausblick wird wieder weiter. Man durchfährt einen Tunnel und erreicht die Passhöhe bei 1313m. Der Col de Bataille ist der höchste Punkt der Tour, an diesem Tag war die Weiterfahrt leider nicht möglich.

Der womöglich schönste Alpenpass: Col de la Machine

Das Highlight wartet nach den ersten beiden Pässen aber noch: von Leoncel folgt man der D70 durch das Tal bis nach Oriol-en-Royans und von dort aus nach Saint Jean-en Royans. Von Saint Jean auf ca. 250m üNN schlängelt sich die D76 langsam hinauf auf 900 m. Wenn man den Bergrücken auf ca. 900 m überquert öffnet sich erstmals der Blick in die Combe Laval. Die Schlucht ist beeindruckend schön. Im oberen Teil fallen Felswände über hunderte Meter steil ab, im unteren Teil laufen sie bewaldet zum Talboden zusammen. Klitzeklein sind die Häuser im Tal zu erkennen.

Die Straße Richtung Col de la Machine führt nun eng an die Felswand geschmiegt in vielen Kurven fast eben Richtung Col de la Machine. Man passiert nun viele kleine Tunnel und Felsbögen. Und stets hat man einen wunderbaren Ausblick in die beeindruckende Schlucht. Kurz vor dem Col de la Machine durchfährt man einen weiteren Tunnel in dem die Strasse etwas steiler ansteigt. Ist der Tunnel geschafft, gelangt man an die Passhöhe. Direkt an der Passhöhe steht das Hotel du Col de la Machine. Leider war es geschlossen, so dass wir auf eine Einkehr mit Kaffee verzichten mussten.

Die Abfahrt vom Col de la Machine

Au der gut ausgebauten D2 geht es hinab ins Tal. Hier kann man noch mal die Auffahrt auf der anderen Seite des Combe Laval betrachten. Die breite Strasse zieht sie in einigen Kehren hinunter nach Saint Laurent-en-Royans. Von dort aus geht es über die D76 wellig bis flach wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Fazit: Unbedingt fahren

Von den Zahlen her mag die Tour über den Col de la Machine er unscheinbar sein. Doch mit ihrer wunderschönen Auffahrt über die geschlängelt in den Fels geschlagene Straße mit ihren vielen Felsbögen, dem unglaublichen Ausblick in die bis zu 600 m tiefe Laval Schlucht und der rasanten Abfahrt zurück ist die Tour auch im Vergleich mit den höchsten Alpenpässen und den bekanntesten Tour de France Klassikern für uns ein echtes Highlight gewesen.

Unter diesem Link könnt Ihr Euch den GPX-Track der Tour herunterladen: https://www.komoot.com/tour/102326796?ref=wtd

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